zum roman die stimme über den dächern

Verena Mermer schaut über den Tellerrand, und sie schaut genau. [Ina Hartwig]

Eine kluge Geschichte über Revolutionen, die sowohl zwischenmenschlich als auch im großen politischen Ganzen oft von Mythen geprägt sind und dadurch große Hindernisse für die verschiedenen Facetten der Identitätsfindung schaffen. [Markus Jäger, ekz]

Gehen anfangs die Leidenschaften und Beschreibungen noch auf in der Atmosphäre der kleinen Nebengassen und versteckten Hinterhöfe, der Balkone und knarrenden Treppen, so kommt zunehmend die politische Dimension ins Spiel. Zwischen vagen Hoffnungen, dem Verlorengehen in Kneipen, dem Auffliegen der Gedanken über den Dächern entwickelt der Roman seine atmosphärische Dichte.  [Martin Kubaczek, Literaturhaus Wien]

Die verwendete Sprache bleibt hierbei direkt und folgt einem „Stream of Conciousness“, ähnlich einem Inneren Monolog, was die Erlebnisse nur intensiviert, auch wenn es vielleicht anfangs auch eine Hemmschwelle für den neuen Leser darstellt. Allerdings wird man schon nach wenigen Seiten in den Bann der Handlung gezogen. [Bianca Dobler, Buchhandlung Frick]

Verena Mermer zeigt in „die stimme über den dächern“ eindrucksvoll, dass die österreichische Gegenwartsliteratur einen weiteren Horizont hat, als mancher vermuten würde. [Wolfgang Huber-Lang, APA, Tiroler Tageszeitung]

Ein gelungener Text, so Mermer, solle an die Lebensrealität der Leser anknüpfen können. Kurz und pointiert möchte sie schreiben, Redundanzen vermeiden, um gerade damit dem Leser genug Raum für eigene Interpretation zu lassen. Mit „die stimme über den dächern“ ist ihr das gelungen. [Ernst Grabovszki, Buchkultur]

„die stimme über den dächern“ ist ein Roman über Revolution und Widerstand, über Bespitzelung und Angst, en passant auch über Flucht und Auswanderung, über Heimatgefühl und Fremdheit vor der Folie zweier Liebesgeschichten. So gelesen, geht er weit über Aserbaidschan hinaus, beschreibt er eine für unsere unmittelbare Gegenwart paradigmatische Situation. Verena Mermer packt viel, sehr viel in die rund 150 Seiten ihres Romans. Sie deutet an, lässt offene Fäden aus der Textur hängen – etwa über die Homosexualität von Alis Bruder Fuad. Das geht auf. Die Rhythmen und die Relationen stimmen. Keine Versuchung zur seitenfüllenden Geschwätzigkeit, die viele zeitgenössische Romane aufbläht. […] Auf den letzten 25 Seiten gelingt der Autorin eine virtuose Engführung der privaten und der politischen Geschichte, deren Technik sie zudem, wie es von einem modernen Roman erwartet wird, reflektiert. [Thomas Rothschild, Die Presse]

Denn in diesem Text steckt mehr, als bei schneller Lektüre vielleicht bemerkt wird. [Harald Klauhs, Beste Seiten]

Komisch eigentlich, hab ich mir beim Lesen von Verena Mermers „die stimme über den dächern“ gedacht, dass der Surrealismus in letzter Zeit selten auftaucht. Komisch, weil er sich eignen würde, der verwirrenden Wirklichkeit einen Boden im Sinne einer Grundlage zu geben, das Traumwandlerische hervorzukehren und damit vielleicht die politische Perspektivlosigkeit umzukehren. Hier in diesem Buch taucht er auf (und ist mir sehr willkommen), etwa in Gestalt einer Stimme, die spazieren geht und den Kindern nachts wohlklingend in die Träume schleicht, in diesem wundersamen Buch über eine erfolglose Revolution. [Anna Katharina Laggner, FM4]

Mermer, als Stipendiatin in Baku Zeitzeugin der Ereignisse, setzt mit fortschreitender Handlung sämtliche Grenzen zwischen Realität und Irrealität außer Kraft, erzählt dabei phantasievoll und leichtfüßig und spielt anhand zahlreicher literarischer und historischer Querverweise mit den Mythen von Revolution und anarchischem Künstlertum. Lesenswert! [Kunststoff]

Die Geschichte versucht das Unmittelbare zu vermitteln, das Moment einer Veränderung und die damit verbundene
Unsicherheit und Angst. Dazwischen keimen Mut und Menschlichkeit auf, die durch den Erzählstil des Buches intim und stimmig wirken. [Magdalena Hangel, Weiberdiwan]

Verena Mermer ist keine Autorin der großen Worte. Knapp bleiben ihre Zustandsbeschreibungen, als Welterklärerin nimmt sie sich aus dem Spiel. Bei ihr lesen wir, wie sich Geschichte und Gegenwart in einzelnen Leben festbeißen und einfach nicht mehr loslassen. [Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten]

Frühling 2011, Baku, Aserbaidschan: Zwei Paare, Nino und Ali sowie Frida und Che, teilen eine Wohnung und ähnliche politische Ansichten. Als in der Stadt Proteste gegen das autoritäre Regime laut werden, lehnen sie sich folgenschwer gegen die Unterdrückung auf. [Carola Leitner, ORF online]

An diesem Roman ist vieles zu bewundern: Das wohlkalkulierte Ineinander von Erzählung und Figurenrede, das auch grafisch überzeugend gelöst ist; oder die poetische Präzision der Überschriften, die oft gängige Wendungen und Wörter variieren. […] Ein erstaunliches Debüt! [Cornelius Hell, Ö1, Ex Libris]

Zweifelsohne wirkt der Roman durch die Einbindung der historischen Persönlichkeiten, Frida und Che, und der literarischen Figuren, Ali und Nino, insgesamt stärker nach, denn es bleibt das Gefühl, einer tieferen Wahrheit, etwas zutiefst Menschlichem auf der Spur zu sein. Die Proteste in Baku bekommen einen überzeitlichen Anstrich, ohne dabei unwichtig oder beliebig zu werden. [Sarah J., Das Debüt]

 

zum literaturwettbewerb wartholz 2014

Verena Mermer […] verkehrt das verklärte Idyll vom Auslandssemester in eine sehr plastische Depression im grauen Plattenbau eines ehemaligen Ostblockstaats. [Juliane Fischer, the gap]

 

über verstreut veröffentlichte kurzprosa

Noch einen Namen sollte man sich merken: Verena Mermer. Die 28-jährige Niederösterreicherin legt atemraubende und pointierte Kurzprosa vor: „die bösen überraschungen sind flach genug, um in den postkasten zu passen.“ [Julia Schafferhofer, Kleine Zeitung]

Die Prosa der mit dem österreichischen „Start“-Stipendium ausgezeichneten Autorin überzeugt durch den beobachtenden Blick für das Detail. [Marielle Auriga, Landesecho]

Zuerst Verena Mermer, mit „Blaupause Fräuleinwunder“ und „Arbeitslos am ersten Mai“. Gelungen, kritisch, ohne dabei nur anecken zu wollen, feinste Kurzprosa. [Timo Brandt, Fixpoetry]