pressestimmen zum roman „Autobus Ultima Speranza“ (auswahl)

Der Roman ist wie eine Momentaufnahme, wie ein genauer, radikaler Blick in die Untiefen des liberalisierten, europäischen Arbeitsmarktes. Klug und eindringlich reflektiert die Autorin die Geschichten und Gedanken derer, die für uns die „Drecksarbeit“ machen. Mermer zeigt zudem was es mit einer Gesellschaft macht, wenn ganze Generationen fehlen, weil sie im Ausland arbeiten müssen. [Theresa Hübner, WDR 5]

Der Roman ist als multimediales Gesamtkunstwerk konzipiert: In den vielstimmigen Erzähltext sind Sequenzen aus Filmen und Computerspielen einmontiert sowie auch zahlreiche Songtexte, die im Anhang – quasi als Soundtrack zum Buch – aufgelistet werden. [Veronika Hofeneder, Literaturhaus Wien]

„Autobus Ultima Speranza“ ist anzusiedeln zwischen Dokumentation und Fiktion. Wie Feridun Zaimoglus „Kanak Sprak“ oder Ingo Schulzes „33 Augenblicke des Glücks“, verwandelt die Autorin soziale Beobachtung in Literatur. [Terry Albrecht, Deutschlandfunk]

Verena Mermer hingegen schreibt politische Literatur der ernst zu nehmenden Art. Es braucht Zeit, sich in Figuren einzufinden, die anders ticken als man selbst. Es handelt sich um jene Schattenwesen, die mitten in unserer Gesellschaft leben, doch in die Unsichtbarkeit verbannt sind. Sie kommen aus dem Osten, halten den Arbeitsmarkt der prekären Verhältnisse am Laufen. Sie funktionieren reibungslos in einer Gesellschaft, die für solche Leute nichts übrig hat und doch nicht auskommt ohne sie. Sie verspüren die Kaltschnäuzigkeit einer Politik, die salopp über sie befinden darf, weil von deren Leben niemand etwas weiß. Verena Mermer gibt ihnen ein Gesicht und eine Geschichte. [Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten]

pressestimmen zum roman „die stimme über den dächern“ (auswahl)

Gehen anfangs die Leidenschaften und Beschreibungen noch auf in der Atmosphäre der kleinen Nebengassen und versteckten Hinterhöfe, der Balkone und knarrenden Treppen, so kommt zunehmend die politische Dimension ins Spiel. Zwischen vagen Hoffnungen, dem Verlorengehen in Kneipen, dem Auffliegen der Gedanken über den Dächern entwickelt der Roman seine atmosphärische Dichte. [Martin Kubaczek, Literaturhaus Wien]

„die stimme über den dächern“ ist ein Roman über Revolution und Widerstand, über Bespitzelung und Angst, en passant auch über Flucht und Auswanderung, über Heimatgefühl und Fremdheit vor der Folie zweier Liebesgeschichten. So gelesen, geht er weit über Aserbaidschan hinaus, beschreibt er eine für unsere unmittelbare Gegenwart paradigmatische Situation. Verena Mermer packt viel, sehr viel in die rund 150 Seiten ihres Romans. Sie deutet an, lässt offene Fäden aus der Textur hängen – etwa über die Homosexualität von Alis Bruder Fuad. Das geht auf. Die Rhythmen und die Relationen stimmen. Keine Versuchung zur seitenfüllenden Geschwätzigkeit, die viele zeitgenössische Romane aufbläht. […] Auf den letzten 25 Seiten gelingt der Autorin eine virtuose Engführung der privaten und der politischen Geschichte, deren Technik sie zudem, wie es von einem modernen Roman erwartet wird, reflektiert. [Thomas Rothschild, Die Presse]

Komisch eigentlich, hab ich mir beim Lesen von Verena Mermers „die stimme über den dächern“ gedacht, dass der Surrealismus in letzter Zeit selten auftaucht. Komisch, weil er sich eignen würde, der verwirrenden Wirklichkeit einen Boden im Sinne einer Grundlage zu geben, das Traumwandlerische hervorzukehren und damit vielleicht die politische Perspektivlosigkeit umzukehren. Hier in diesem Buch taucht er auf (und ist mir sehr willkommen), etwa in Gestalt einer Stimme, die spazieren geht und den Kindern nachts wohlklingend in die Träume schleicht, in diesem wundersamen Buch über eine erfolglose Revolution. [Anna Katharina Laggner, FM4]

Die Geschichte versucht das Unmittelbare zu vermitteln, das Moment einer Veränderung und die damit verbundene Unsicherheit und Angst. Dazwischen keimen Mut und Menschlichkeit auf, die durch den Erzählstil des Buches intim und stimmig wirken. [Magdalena Hangel, Weiberdiwan]

Verena Mermer ist keine Autorin der großen Worte. Knapp bleiben ihre Zustandsbeschreibungen, als Welterklärerin nimmt sie sich aus dem Spiel. Bei ihr lesen wir, wie sich Geschichte und Gegenwart in einzelnen Leben festbeißen und einfach nicht mehr loslassen. [Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten]

An diesem Roman ist vieles zu bewundern: Das wohlkalkulierte Ineinander von Erzählung und Figurenrede, das auch grafisch überzeugend gelöst ist; oder die poetische Präzision der Überschriften, die oft gängige Wendungen und Wörter variieren. […] Ein erstaunliches Debüt! [Cornelius Hell, Ö1, Ex Libris]